Jahreskreisfeste

 

 

Diese Feste finden in Übereinstimmung mit den Jahreszeiten, den Naturereignissen, den Sonnen und Mondzyklen statt. Sie stellen eine Verbindung, und ein sogenntes Brückenglied zwischen Mensch und Natur her. Werden diese Feste bewusst begangen entsteht die Empfindung für die tiefe Verbindung zur Natur und das Nichtgetrenntsein von deren Abläufen.

Wir feiern im Laufe des Jahres entsprechend den Rhytmen der Natur die verschiedenen Jahreskreisfeste an ausgewählten Orten.

 

Lichtfest

Anfang Februar wird bereits in der Natur spürbar, dass das zur Wintersonnenwende gegebene Versprechen der Wiederkehr des Lebens Wirklichkeit wird. Auch wenn es noch kalt und tiefster Winter ist, sind die Tage merklich länger, die Natur beginnt sich zu regen, die ersten Schneeglöckchen erblühen, das Eis auf den Flüssen und Seen beginnt zu brechen, es liegt ein Hauch Frühling in der Luft. Auch die Menschen beginnen aktiv zu werden, es werden die ersten Pläne geschmiedet, es ist die Zeit der Vorbereitung, um dann Entscheidungen für das Kommende treffen zu können.
 


Frühlings-Tagundnachtgleiche am So. 20.03.2016

Am 21. März sind Tag und Nacht gleich lang. Für einen Moment steht die Welt still, das gesamte Leben hält sich in der Waage bevor uns die Natur zeigt, wie Tag für Tag das Licht die Oberhand gewinnt. Seid Jeher ist es ein Fest des unsterblichen und ewigen Lichts. Überall ist das Aufbrechen der Lebensgeister, der gesamten Natur und das eigene Aktivwerden zu spüren. Jetzt ist die Zeit, den Samen in die Erde zu stecken. Im übertragenen Sinne bedeutet es für die Menschen den Beginn der Umsetzung ihrer Ziele.

 

Maifest   29. April im Spreewaldgebiet

Auf der Erde pulsiert das pralle Leben, alles wächst, gedeiht und vermehrt sich.
Himmel und Erde verbinden sich in einem großen Liebesfest, aus dem wiederum neues Leben entstehen kann. In diesen schöpferischen Akt ist auch der Mensch eingebunden. So feiert er im Mai ein Liebes- und Fruchtbarkeitsfest, bei dem er mit fröhlichem Tanz und Singen die junge Schöpfung dieses Jahres, den Überfluss an Energie, den die Natur für alle zur Verfügung stellt, preist und sich so im Einklang mit dem gesamten Universum fühlt. Die inneren Erkenntnisse des Winters werden jetzt in die Tat, in die Welt der Materie umgesetzt.

Sommersonnenwende Di, 21.06.2016

Am 21. Juni werden die Sonnenwendfeuer angezündet, denn ab jetzt werden die Tage bereits wieder kürzer. Der Höchststand der Sonne zeigt, dass jedem Höhepunkt bereits die Vernichtung dessen innewohnt, was gerade noch aufstrebt. So wird mit dem Sonnenwendfest die Vorbereitung auf die Ernte sowohl im materiellen wie auch im geistigen Sinne gefeiert. Die Menschen machen sich mit diesem Fest bewusst, dass mit dem höchsten Stand des Lichtes die Wiedergeburt der Dunkelheit stattfindet und sich der Kreis zu schließen beginnt.

 

Schnitterfest

Anfang August, 6 Wochen später hat der Erntevorgang zwar begonnen, ist aber noch nicht abgeschlossen und in der Naturreligion wird das Fest der Schnitter oder des Brotes gefeiert. Dieses Fest symbolisiert, jetzt muss gemeinsam gearbeitet werden, um den Überfluss, den Mutter Erde hervorgebracht hat, für die Zeit der Dunkelheit zu bewahren. Dieses Fest beinhaltet schon den Dank für das Erhaltene des Jahres.


Herbst-Tagundnachtgleiche


Wir sind angelangt auf der gegenüberliegenden Seite des Jahreskreises, es ist der 21. September. Wieder halten sich Tag und Nacht die Waage, es beginnt der Herbst und die Menschen feiern Erntedank. Nach uraltem Brauch wird Rückblick gehalten auf die Ernte dieses Jahres sowohl in materieller als auch seelischer und geistiger Hinsicht. Die Gaben, die uns Mutter Erde dieses Jahr zuteil werden ließ, werden gewürdigt und geehrt. Die Menschen werden wieder frei um neu säen und ernten zu können. Nach diesem Moment der Balance zwischen Tag und Nacht beginnt Vater Sonne seine Wanderung in die Dunkelheit. Symbolisch folgen die Menschen ihm in die Finsternis, indem erste Vorbereitungen für die Reise in die innere Welt getroffen werden.


Ahnenfest 

Nach weiteren 6 Wochen wird das letzte der Sonnenfeste gefeiert. Die Natur hat sich zur Ruhe begeben, die Säfte der Pflanzen in die Wurzeln zurückgezogen. Nach einem langen Jahr voller Betriebsamkeit beginnt die Zeit des Atemholens und des Schweigens. Auch für die Menschen ist der Zeitpunkt gekommen ihre Aufmerksamkeit in die inneren Welten, das Unterbewusstsein, zurückzuziehen. In den alten Mythen ist dies verbunden mit der Kontaktpflege zu den Ahnen. So dient dieses Fest dazu, für die Verstorbenen der Familie zu beten, ihnen Opfer zu bringen, aber sie ebenso um Rat zu befragen. Diese Ahnenfest, in der christlichen Religion der Totensonntag, ist ein Akt der gegenseitigen Achtung und Fürsorge über den Augenblick des Todes hinaus.

 
Wintersonnenwende   Di, 21.12.2016